Mein Weg in die Sportpsychologie

Wie ich Sportpsychologe wurde und wieso – eine kleine Geschichte 

Alles begann in der Volksschule. Mit Freunden nach der Schule auf den Fußballplatz. Den Idolen der Kindheit nacheifern, mit den Eltern ein Ausflug ins Stadion, vor dem Fernseher mitfiebern. Diese Erlebnisse sind die Wurzeln für meine Begeisterung für den Sport, vor allem für den Fußball. Nach einigen Jahren als aktiver Spieler begann ich Anfang 20 als Nachwuchstrainer zu arbeiten. 
Zur selben Zeit verfolgte ich bereits meine zweite Leidenschaft an der Universität: die Psychologie.
Meinen Zivildienst leistete ich im psychosozialen Umfeld ab und somit war mein Entschluss gefasst, Psychologie zu studieren und mich mit dem Erleben, Verhalten und Denken des Menschen zu befassen.

Straße, die durch einen Wald verläuft

Zeit der Zweifel 

Doch während ich als Fußballtrainer voller Eifer meinen Weg ging und viel Zeit in Ausbildungen und Selbststudium investierte, war der Weg an der Universität nach dem ersten Studienabschnitt nicht mehr so deutlich zu sehen.
Ich wurde zögerlich und war mir nun nicht mehr sicher, ob ich mich mit 19 Jahren richtig entschieden hatte – wieso habe ich nicht auf die anderen gehört, die meinten, dass Psychologie vor allem Statistik bedeutet? Es war tatsächlich so und für mich ernüchternd zu beobachten, dass ich in einem sehr trockenen und theoretischen Labyrinth feststeckte. Ich musste etwas verändern. Ich bin ein durchwegs praktischer Mensch. Ich mag es Dinge umzusetzen. Ich mag es über Zusammenhänge nachzudenken, Ursachen zu erforschen, Lösungen zu finden. Eine andere Ausbildung musste her: Heilmassage. Nicht nur ein wacher und vitaler Geist ist nötig, auch der Körper strebt nach Gesundheit. Doch kann die eine ohne die andere Seite sein? Wie gelingt ein gesundes Wechselspiel dieser beiden Hälften?

Zeit der Klarheit

Mit diesen Fragen im Gepäck machte ich mich wieder an der Universität auf die Suche nach Antworten. Die Wahl für meinen Schwerpunkt im Masterstudium fiel auf Neuro- und Kognitionswissenschaften. Die physischen Grundlagen von Verhaltensweisen verstehen lernen. Und eines wurde mir dabei klar: im Sport ist das Zusammenwirken von Körper und Geist unerlässlich. Es lässt uns über die spektakulärsten Leistungen staunen und wir sind fasziniert, zu welchen Dingen Menschen fähig sind, die wir für uns selbst als unmöglich erachtet haben.

Daher war es sicher kein Zufall, dass ich die Ausbildung zum Sportpsychologen 2017 begann und 2018 abschließen konnte. In der Ausbildung wurden wir aufgefordert unser Philosophie als Sportpsychologe in 25 Wörter niederzuschreiben. Es dauerte ein paar Tage, bis ich mir darüber klar wurde:

„Der Künstler lasse sich nie durch Eitelkeit zur Selbstzufriedenheit hinreißen!“

Dieser Satz von Karl Kraus begleitet mich schon lange. Er beschreibt mein Bestreben jeden Tag aufs Neue zu lernen, mich zu hinterfragen, zu reflektieren, kritisch mit der eigenen Wirklichkeit auseinanderzusetzen und meinem Gegenüber offen und wertschätzend zu begegnen. 

Zeit, Neues zu entdecken

Ich glaube, dieser Grundhaltung verdanke ich meine Motivation für die Psychologie und den Sport. Sie hilft mir, Dinge genau zu analysieren, aber trotzdem den Weg nicht aus den Augen zu verlieren. Daher bin ich gespannt, wie mein Weg als Sportpsychologe aussehen wird. 

 

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